Schreiben Sie uns


UNESCO-Welterbe Fagus-WerkHannoversche Straße 58
31061 Alfeld
Deutschland

zum Kontaktformular

So finden Sie uns

Haben Sie Fragen?

Über unsere Servicebox helfen wir Ihnen gerne weiter
Telefonisch, schriftlich oder persönlich.

zu den Kontakten
Öffnungszeiten
Fagus Werk

Täglich

Apr-Okt: 10:00 - 17:00 Uhr

Nov-März: 10:00 - 16:00 Uhr

Geschlossen:1. Jan; 24./ 25./31. Dez

Öffentliche Führungen: Ganzjährig Sa & So: 13:00 Uhr April - Oktober zusätzlich So: 11:00 Uhr
Gruppenführungen nach Vereinbarung jederzeit möglich

Anfahrt

UNESCO-Welterbe Fagus-Werk
Hannoversche Straße 58
31061 Alfeld (Leine)

Fagus-Gropius-Café

Montag - Freitag08:15 - 14:00 Uhr

Samstag - Sonntag 11:00 - 17:00 Uhr (April - Oktober)

13:30 - 16:30 Uhr (November - März)

und nach Vereinbarung Kontakt: +49 5181-79 275

Zurück

Ernst Greten mit Deutschem Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet

Das Präsidium des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz hat am 28. Oktober 2019 im Rahmen einer feierlichen Übergabe in der Landesschule Pforta  in Naumburg zwölf Persönlichkeiten und Personengruppen, die sich in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verdient gemacht haben, mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet. Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung erfolgt in den Kategorien: Karl-Friedrich-Schinkel-Ring, Silberne Halbkugel, Journalistenpreis und Internetpreis.

Den Karl-Friedrich-Schinkel-Ring überreichte Dr. Gunnar Schellenberger, Präsident des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, an Ernst Greten für sein außergewöhnliches Engagement bei der denkmalgerechten Restaurierung und Instandsetzung des UNESCO-Welterbes Fagus-Werks.

Ernst Greten, geboren 1944, studierte nach dem Abitur an der TU Hannover Elektrotechnik und schloss mit dem Grad des Diplom-Ingenieurs ab. 1974 übernahm er mit seinem Bruder Gerd in 4. Generation die Geschäftsführung des Fagus-Werkes. Dieses wurde 1911 im Auftrag von ihrem Urgroßvater Carl Benscheidt und dem jungen, damals noch unbekannten Architekten Walter Gropius in Zusammenarbeit mit Adolf Meyer gebaut. Es gilt in der Architekturgeschichte als Ursprungsbau der Moderne, nicht zuletzt aufgrund der eindrucksvollen Stahl-Glas-Fassade und der stützenfreien Ecke. Das Werk repräsentiert eine Architekturauffassung, die in der damaligen Zeit erstmals die Bedürfnisse nach Licht, Luft und Klarheit berücksichtigte und die im Sinne des Neuen Bauens Glas und Stahl einsetzte.

Neben der umfangreichen Gebäudesanierung, der Neustrukturierung der Schuhleistenproduktion sowie der Einbindung des Maschinenbaus gründete Greten die Firma GreCon-Elektronik, die mit Brandschutz- und Messsystemen, vornehmlich für die Holzwerkstoffplattenindustrie, den dritten Unternehmensbereich bildete. Wann immer möglich, wurden die Arbeitsplätze in die historische Schuhleistenfabrik integriert. Diese steht seit 1946 unter Denkmalschutz und war zu jener Zeit baulich in einem sehr schlechten Zustand. Mit Hilfe der öffentlichen Hand und erheblichen finanziellen Eigenmitteln konnte die gesamte Fabrik in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in den Jahren 1982 bis 2002 vollständig restauriert werden. Für sein Engagement und die damit verbundene soziale Verantwortung wurde Ernst Greten bereits 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Von Beginn an war das Werk für interessierte Besucher öffentlich zugänglich und „ganz nebenbei“ wurden und werden Schuhleisten sowie Mess- und Brandschutzsysteme für den Weltmarkt produziert. So entstand ein „lebendes Denkmal“, das den Produktionsbetrieb und den Kulturbetrieb in sich vereint. – Diese Herausforderung war es auch, die bei der langjährigen Restaurierung immer wieder in Einklang gebracht werden musste: Erhalt des Denkmals, jedoch unter Einbeziehung moderner Technologien, Arbeitsplätze/Arbeitsmethoden und nicht zuletzt der Wirtschaftlichkeit. 1986 wurde eine erste Ausstellung eröffnet, welches sich im Jahr 2000 im Rahmen der Restaurierung des Lagerhauses zu einer großen Dauerausstellung weiterentwickelte.

Zum 100-jährigen Jubiläum wurde das Fagus-Werk zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. 2014 konnte das dazugehörige multimediale Besucherzentrum im historischen Spänehaus eingerichtet werden. Als weitere Attraktion wurde 2019 der Modellkeller der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Auch als Veranstaltungsort für umfangreiche Kulturveranstaltungen (Theater- und Musikaufführungen sowie Lesungen) hat sich das Fagus-Werk mit seinem besonderen Ambiente inzwischen zu einem kulturellen Leuchtturm in der Region entwickelt.

Die kulturelle und touristische Entwicklung des Fagus-Werks wird seit 2011 aktiv vom Verein der Freunde und Förderer des UNESCO-Weltkulturerbes Fagus-Werk e.V. begleitet. Die Geschäftsleitung hat Ernst Greten an seinen Neffen Kai Greten übergeben, der das Unternehmen in 5. Generation als Familienbetrieb weiterführt.

Im Anschluss an die Dankesrede würdigte Frau Dr. Christina Krafczyk, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, die Leistung von Ernst Greten und seinen Mitarbeitern.

Zurück